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NOISE AUDIOPHONE - DASA Bericht

Deutschen Arbeitsschutz Ausstellung e.V. (DASA).                                                                                              Der folgende Text ist ungekürzt einem DASA Bericht entnommen.

Lärm ohne Ende?

Beispiel für Lärm am ArbeitsplatzDas Wort Lärm entstammt dem Fremdwort Alarm. Und Alarm ist nichts anderes als die zusammengezogene Form des italienischen "all'arme", was soviel heißt wie: zu den Waffen! Fand sich allerdings früher vor den Stadttoren noch ein handfester Gegner, so ist die Lage des modernen Menschen unübersichtlicher geworden. Der "Feind" hat uns komplett umzingelt, meist können wir nicht entkommen, oft wissen wir noch nicht einmal, von welcher Seite wir bedroht werden. Und fast immer handelt es sich um einen Überraschungsangriff. Mal Iäßt uns ein Flugzeug mitten im Satz verstummen, ein anderes Mal nerven uns die Nachbarn mit ihren Rasenmähern. Auch Motorräder mit "ausgeräumtem" Auspuff sorgen für Verdruß, vom ständigen Auto- und Großstadtlärm ganz zu schweigen! Und zu allem Uberfluß geht es in vielen Betrieben alles andere als leise zu. In den Industrieländern arbeiten 10 bis 15% der Beschäftigten bei Schallpegeln über 85 dB(A).
Das sind für die Bundesrepublik Deutschland ca. 5 Millionen potentiell "Lärmgefährdete". Insbesondere bei der Metallbearbeitung sind z.B. Schallpegel bis 120 dB(A) keine Ausnahme. Und "am Bau" werden auch schon mal bis 100 dB(A) erreicht, wenn schweres Gerät zum Einsatz kommt. Vorsichtigen Schätzungen zufolge ist es heute auf der Erde siebenmal lauter als noch vor hundert Jahren. Niemals zuvor in der Geschichte der Menschheit hat es eine mit der heutigen vergleichbare akustische Glocke gegeben. Das hat Folgen. Denn Lärm belästigt nicht nur, sondern kann auch auf vielfältige Weise krank machen.


Vom Geräusch zum Lärm

Grafik: Was ist zu laut?Ob ein Geräusch als angenehm, anregend, beruhigend oder störend empfunden wird, hängt ganz von unseren Vorlieben ab. Das Auspuffgeräusch eines Motorrades, für den Fahrer "Musik in den Ohren" und Ausdruck gezähmter Kraft, wird für die Anwohner zur ernsten Nervenprobe. Und während viele das Rauschen des Meeres als seelische Wohltat empfinden, treibt sie das Rauschen der benachbarten Autobahn fast in den Wahnsinn. Auch muß ein Geräusch nicht besonders laut sein, um als nervtötender "Lärm" empfunden zu werden. Erinnert sei nur an den tropfenden Wasserhahn, der uns um den Schlaf bringen kann. Was also unterscheidet das Geräusch vom Lärm?
Alles, was wir mit den Ohren hören, ist im physikalischen Sinne Schall und daher zunächst frei von persönlichen Wertungen. Erst wenn unser Gehirn das Geräusch deutet, verbinden wir mit dem objektiven Schallereignis eine persönliche, also subjektive Wertung. Unerwünschte, belästigende oder gar gesundheitsschädliche Schallereignisse bezeichnen wir dabei als Lärm.
Für eventuell schädliche Wirkungen auf das Hörvermögen spielt es allerdings keine Rolle, ob ein objektives Schallereignis subjektiv als Lärm empfunden wird oder nicht. Dafür ist neben der Einwirkungsdauer der Schalldruckpegel entscheidend, gemessen in Dezibel. Das Dezibel (dB) beschreibt eigentlich den Schalldruckpegel, wird aber im allgemeinen Sprachgebrauch als "Maßeinheit" für Lautstärke benutzt. Und 100 dB(A) sind 100 dB(A), einerlei, ob sie von einem Preßlufthammer, von der Lieblingsrockband oder einem Symphonieorchester erzeugt werden!

Lärm und Krankheit

Lärm beeinträchtigt die Verständigung und das allgemeine Wohlbefinden. Er verursacht Streß und vermindert die Leistungsfähigkeit. Schlimm genug. Aber vor allem: er macht krank! Und das gleich mehrfach. Denn Lärm geht nicht nur "auf die Ohren" (aurale Wirkungen), sondern wirkt auch auf den ganzen Organismus (extraaurale Wirkungen). Zu diesen Wirkungen zählen Störungen im Magen-Darm Bereich ebenso wie die Erhöhung der Herzfrequenz und des Blutdrucks, verbunden mit einem höheren Herzinfarktrisiko. Im Vordergrund des Lärmproblems stehen allerdings die auralen Wirkungen.
Wer jahrelang "viel um die Ohren hat", Iäuft Gefahr, irgendwann akustisch nicht mehr allzuviel mitzubekommen. Ursache dafür ist ein Iärmbedingter Hörschaden, der dann droht, wenn das Gehör über lange Zeit mit 85 dB(A) und mehr "zugedröhnt" wurde.
Erste Anzeichen für die Überlastung des Gehörorgans durch Lärm kennen viele aus eigener Erfahrung. Das Piepen, Klingeln oder Rauschen nach einem Rockkonzert oder einem Samstagnachmittag an der Kreissäge, oft verbunden mit einer zeitweiligen Vertäubung, darf als Alarmsignal keinesfalls "überhört" werden. Verantwortlich für die verminderte Hörleistung ist eine Verengung der Blutgefäße im Ohr infolge der Lärmeinwirkung. Sie führt zu einer Unterversorgung der Hörsinneszellen (Haarzellen) mit Sauerstoff. Die so geschwächten und ermüdeten Hörsinneszellen benötigen in der Regel dann einige Stunden "Lärmpause", bis sie ihren Dienst wieder aufnehmen. Mißachtet man allerdings häufig das gesteigerte Ruhebedürfnis der Hörsinneszellen nach heftigen Lärmattacken, kann aus der zeitweiligen eine dauernde Vertäubung werden. Und die ist irreparabel, da die Hörsinneszellen in diesem Fall nicht nur ermüdet, sondern "sanft entschlafen" sind.
Festgestellt werden solche Hörschäden mit audiometrischen Untersuchungen. Dabei wird die Hörfähigkeit in Abhängigkeit von der Schallfrequenz (d.h. tiefe, mittlere und hohe Töne) untersucht. Charakteristisch für den Beginn einer Lärmschwerhörigkeit und anders als bei der Altersschwerhörigkeit ist die eingeschränkte Hörfähigkeit im Frequenzbereich von etwa 3000 bis 6000 Hz. Hier ist das menschliche Gehör nicht nur sehr empfindlich, sondern auch am meisten gefordert, da in diesem Bereich die Sprache angesiedelt ist. Bei fortgesetzter Lärmeinwirkung weitet sich der ertaubte Bereich immer mehr in Richtung der mittleren und niedrigeren Frequenzen aus. Fachleute sprechen dann vom sogenannten Schrägverlauf.
Durch berufliche Tätigkeit verursachte Lärmschwerhörigkeit ist eine entschädigungspflichtige Berufskrankheit. In den Jahren von 1964 bis 1976 war dies die Berufskrankheit mit den meisten Neuzugängen. Und auch heute liegt sie in Deutschland mit an der Spitze der Berufskrankheiten.

Was sagt der Gesetzgeber?

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben ein Recht auf Schutz vor Lärm an ihren Arbeitsplätzen. So verlangt die Arbeitsstättenverordnung, den Schallpegel "so niedrig zu halten, wie es nach Art des Betriebes möglich ist". Was mindestens möglich sein muß, ist genau vorgeschrieben. Für den Beurteilungspegel am Arbeitsplatz gelten folgende Immissionsgrenzwerte:

  • 55 dB(A) bei überwiegend geistigen Tätigkeiten
  • 70 dB(A) bei einfachen Bürotätigkeiten
  • 85 dB(A) bei allen sonstigen Tätigkeiten.

Grafik: Wie lange darf man bei Lärm arbeiten?

Beim Beurteilungspegel handelt es sich um einen Mittelungspegel, der sich auf eine Schicht, d.h. acht Stunden bezieht. Liegt der Lärmpegel innerhalb dieser acht Stunden höher, verringert sich die zuIässige Einwirkungszeit erheblich (siehe Grafik). So ist z.B. nach der Arbeitsstättenverordnung und der UnfaIIverhütungsvorschrift Lärm ein Beurteilungspegel von 85 dB(A) vierzig Stunden in der Woche zulässig.Verdoppelt sich die Lautstärke allerdings auf 95 dB(A), so ist das zulässige Lärmpensum schon nach vier Stunden erreicht. Wohlgemerkt - vier Stunden in der Woche!
Und da das Gehör nicht zwischen "privatem" und betrieblichem Lärm unterscheidet, sollte man es auch in der Freizeit möglichst ruhig angehen lassen.
Neben der Arbeitsstättenverordnung bildet die Unfallverhütungsvorschrift (UVV) "Lärm" die zweite wichtige Rechtsgrundlage zum Lärmschutz. Sie verpflichtet die Unternehmen, Arbeitsplätze und Arbeitsverfahren sowie Maschinen, Werkzeuge etc. hinsichtlich der Lärmminderung so zu gestalten, wie es der Stand der Lärmminderungstechnik ermöglicht. Darüber hinaus müssen die Arbeitgeber in solchen Betriebsteilen Gehörschutz bereitstellen, in denen die zulässigen 85 dB(A) überschritten werden. Solche Bereiche sind als Lärmbereiche definiert und müssen ab einem Beurteilungspegel von 90dB(A) auch als solche gekennzeichnet werden. Für gekennzeichnete Bereiche müssen Lärmminderungsprogramme erstellt und umgesetzt werden. Beschäftigte, die in solchen Lärmbereichen arbeiten, müssen regelmäßig arbeitsmedizinisch untersucht werden, damit eventuelle Schäden frühzeitig festgestellt werden. Und da die vom Unternehmen bereitgestellten Gehörschützer ihre Aufgabe auf der Ablage neben der Maschine sicher nur unzureichend erfüllen können, schreibt die UVV den Beschäftigten vor, diese auch zu tragen, wenn 90 dB(A) erreicht bzw. überschritten werden.

Was tun für mehr Ruhe?

Dank Absorberzylinder wird in dieser Getränkeabfüllanlage auch der Lärm geschlucktAlles schön und gut. Aber was kann getan werden, wenn es im Betrieb lauter ist, als die Vorschriften erlauben? Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, die für weniger Lärm am Arbeitsplatz sorgen.
1. Lärmschutz an der Quelle...
... ist die wirksamste aller Maßnahmen. Jede Firma, die Maschinen herstellt, ist nach dem Gerätesicherheitsgesetz verpflichtet, die nach Normen ermittelte Geräuschabstrahlung (Emission) der Maschine anzugeben. Wer also neue Maschinen beschafft, sollte immer die mit der niedrigeren Geräuschemission auswählen. Eine solche sorgfältige Auswahl rechnet sich in jedem Fall und für alle Beteiligten. Untersuchungen haben ergeben, daß mit sinkendem Geräuschpegel in den Betrieben nicht nur die Zahl der krankheitsbedingten Fehlzeiten sinkt, sondern die Produktivität der Beschäftigten steigt. Von der Arbeitszufriedenheit ganz zu schweigen!
2. Lärmschutz bei der Schallausbreitung...
... ist überall dort sinnvoll, wo Lärmminderungen an der Quelle nicht machbar sind, oder die so erzielten Pegelminderungen nicht ausreichen. Grundgedanke ist hier, den Schall an seiner Ausbreitung zu hindern und von den Ohren der Beschäftigten fernzuhalten. Möglich wird das z.B. durch gekapselte Maschinen oder durch den Einsatz schallabsorbierender Wand- und Deckenverkleidungen, die die auftreffende Schallenergie in (geräuschlose!) Wärme umwandeln. Im Unterschied zu schallharter Umgebung können so je nach Abstand von der Geräuschquelle Pegelminderungen zwischen 3 und 10 dB(A) erreicht werden, d.h. im günstigsten Fall ist es nur noch halb so laut!
3. Lärmschutz am Einwirkungsort..
... also am Ohr des oder der Beschäftigten, bietet an einigen Arbeitsplätzen mit hoher Lärmbelastung die einzige Möglichkeit, die Lärmwirkung auf ein gesundheitlich vertretbares Niveau zu vermindern. Gedacht ist hier z.B. an Forstarbeiter, die Tag für Tag dem Kettensägenlärm ausgesetzt sind. Da Kapselgehörschützer oder Gehörschutzstöpsel aber erhebliche Nachteile haben - wer die Ohren "dichtmacht", überhört eventuell wichtige Warnsignale - sind sie bestenfalls als Notlösung akzeptabel. Keinesfalls ersetzen sie notwendige technische Maßnahmen zur Lärmminderung!